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Geschichte am Obersalzberg

Geschichte des Obersalzbergs

Bergbauern und Sommerfrischler, die NS-Führung und die Besatzer, heute Gäste aus aller Welt: eine Zeitreise in acht Stationen, direkt vor der Haustür des Hochlenzer.

Geschichte am Obersalzberg

Was dieser Berg erlebt hat

Bergbauern und Sommerfrischler, die NS-Führung und die Besatzer, heute Gäste aus aller Welt: Kaum ein Ort in Bayern hat so viele Kapitel wie der Obersalzberg. Eine Zeitreise in acht Stationen, direkt vor unserer Haustür.

1698

Bergbauern am Salzberg

Verstreute Höfe auf den sonnigen Hängen über Berchtesgaden, bewirtschaftet von Bergbauernfamilien der Fürstpropstei. Eine Statistik von 1698 zählt hier 13 Höfe.

1877

Die Sommerfrische beginnt

Mauritia Mayer kauft ein Bergbauernanwesen und macht daraus die Pension Moritz. Bald kommen berühmte Gäste auf den Berg, darunter Clara Schumann, Johannes Brahms und Peter Rosegger.

1895

Ein Weg bis zum Hochlenzer

Carl von Linde, Erfinder der Kältemaschine und Sommergast am Obersalzberg, lässt auf eigene Kosten einen öffentlichen Höhenweg anlegen, der bis zum Hochlenzer führt. Heute trägt er seinen Namen.

1933

Führersperrgebiet 1933 bis 1945

Hitler, seit 1923 immer wieder hier, baut sein Haus zum „Berghof“ aus und verbringt am Obersalzberg fast ein Drittel seiner Regierungszeit. Unter Martin Bormann werden 57 Eigentümer, meist Bergbauern mit alten Höfen, zum Verkauf gedrängt oder enteignet. Kasernen, Bunker und das Kehlsteinhaus entstehen.

1945

Bomben auf den Berg

Am 25. April 1945 werfen Lancaster-Bomber der Royal Air Force fast 1.300 Bomben auf den Obersalzberg. Am 4. Mai besetzen amerikanische und französische Truppen das Gelände.

1950

Neubeginn mit der Seilbahn

Die Obersalzbergbahn fährt von Berchtesgaden herauf, ihre Bergstation liegt rund 300 m vom Hochlenzer. 1952 werden die Ruinen der NS-Bauten gesprengt oder abgerissen. Bis 1996 nutzt die US-Armee Teile des Berges als Erholungsgebiet für ihre Soldaten.

1999

Erinnern und aufklären

Am 20. Oktober 1999 eröffnet die Dokumentation Obersalzberg, konzipiert vom Institut für Zeitgeschichte. Seit 2023 zeigt sie nach Umbau und Erweiterung die neue Dauerausstellung „Idyll und Verbrechen“. Vom Hochlenzer sind es 2,8 km.

Dokumentation Obersalzberg, Gebäude der Ausstellung mit Bergkulisse
Dokumentation Obersalzberg · Foto: Sepp Wurm / Bergerlebnis Berchtesgaden

Heute

Ein Logenplatz mit Weitblick

Familie Maltan bewirtet Wanderer, Familien und Geschichtsinteressierte auf der Sonnenterrasse. Der Blick geht über das Tal zum Watzmann, die Orte der Geschichte liegen ganz in der Nähe.

Luftbild: der Alpengasthof Hochlenzer mit Terrasse, dahinter die Almwiese und der Wald am Obersalzberg
Der Hochlenzer heute · Drohnenfoto, Mai 2026

Quellen: Dokumentation Obersalzberg (Institut für Zeitgeschichte), Obersalzbergbahn, Berchtesgadener Land Tourismus; Wikipedia (Obersalzberg, Pension Moritz, Führersperrgebiet Obersalzberg).

Besuch

Einkehren nach der Dokumentation

Die Dokumentation Obersalzberg zeigt die Dauerausstellung „Idyll und Verbrechen“. Danach ist der Hochlenzer ein ruhiger Ort für eine Pause: gutbürgerliche Küche und Sonnenterrasse mit Blick auf den Watzmann.

Dokumentation Obersalzberg, Gebäude der Ausstellung mit Bergkulisse
Dokumentation Obersalzberg · Foto: Sepp Wurm / Bergerlebnis Berchtesgaden